Herr, bleib' bei uns

Herr, bleib' bei uns

Transkript

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00:02:21: Gnade sei mit dir und Friede von Gott der da ist, der da war und der da sein wird.

00:02:28: Es gibt Sätze mit denen lässt sich jede Diskussion erstaunlich schnell beenden.

00:02:34: Das haben wir schon immer so gemacht – praktisch!

00:02:39: Man muss nichts erklären, nichts neu überlegen und vor allem nichts verändern.

00:02:46: Ich glaube, wir haben alle solche Dinge… Eine Schublade in der Kabel liegen, von denen niemand mehr weiß wozu sie gehören Ein Gerät, das seit Jahren nicht mehr funktioniert, dass man aber trotzdem aufbewahrt.

00:03:02: Man weiß ja nie!

00:03:04: Und manchmal ist das mit unseren Gewohnheiten ähnlich.

00:03:08: Wir machen etwas weil wir es immer so gemacht haben – ob es noch sinnvoll ist fragen wir lieber nicht.

00:03:16: Heute ist in der Schweiz Reformationssonntag.

00:03:19: Da erinnern wir uns daran, dass die Kirche nicht automatisch recht hat nur weil sie etwas schon lange so macht….

00:03:27: Die Reformatoren haben gefragt, passt das was wir glauben und tun überhaupt zum Evangelium?

00:03:35: Und wenn nicht dann muss sich etwas ändern.

00:03:39: In der Bibel gibt es eine Geschichte die erstaunlich gut dazu passt.

00:03:44: Gott schickt den Propheten Jeremia in die Werkstatt eines Töpfers.

00:03:49: Jeremias schaut zu wie der Töpfer an seinem Gefäß arbeitet aber das Gefäes mislingt ihm.

00:03:56: Es wird nicht so, wie er es sich vorgestellt hat.

00:04:01: Und was macht der Töpfer?

00:04:03: Er wirft den Ton nicht einfach weg – er nimmt ihn und formt daraus ein anderes Gefäß!

00:04:11: Da sagt Gott zu Jeremia «Kann ich mit euch nicht genauso umgehen wie dieser Töpfer?

00:04:20: Das ist ein starkes Bild, finde ich.».

00:04:23: Der Töspfer sagt nicht «Jetzt habe ich einmal angefangen, jetzt muss ich es auch so fertig machen».

00:04:29: Er sieht, dass etwas nicht gelingt.

00:04:32: Und dann macht er es anders!

00:04:36: Allerdings ist das keine Wohlfühlgeschichte in der Gott verspricht, dass schon irgendwie alles gut wird.

00:04:43: Die Botschaft an das Volk Israel ist durchaus ernst.

00:04:48: Wenn ihr auf einem falschen Weg seid, dann kehrt um – ändert was nicht gut ist.

00:04:54: Ihr müsst nicht einfach weitermachen bis alles kaputt ist — die Zukunft ist noch nicht

00:04:58: festgelegt.".

00:05:02: Ich finde, das ist eine ziemlich ermutigende Vorstellung.

00:05:07: Denn wie oft denken wir so bin ich eben?

00:05:11: So sind wir eben!

00:05:12: Das war schon immer so.

00:05:14: Da kann man nichts machen.

00:05:17: Vielleicht stimmt das manchmal sogar.

00:05:20: Veränderungen sind mühsam und nicht alles Alte ist schlecht.

00:05:24: Ich möchte auch nicht jeden Morgen neu überlegen müssen, wie man einer Zahnbürste benutzt Aber es gibt Dinge, die müssen nicht bleiben wie sie sind.

00:05:35: Wie wir miteinander umgehen?

00:05:38: Wie wir über Menschen reden, die anders leben als wir?

00:05:42: Wie lange wir an einer Kränkung festhalten oder ob wir wirklich zuhören.

00:05:47: wenn jemand sagt so geht das für mich nicht weiter.

00:05:53: vielleicht beginnt Veränderung.

00:05:54: genau dort wo jemand fragt muss das eigentlich so bleiben auch in der Kirche.

00:06:03: Reformation heißt ja nicht, dass man alles alte schlecht und alles neue automatisch besser finden muss.

00:06:10: Aber es heißt das wir uns immer wieder fragen, dient das noch dem Leben?

00:06:16: Hilft es Menschen Gott und einander näher zu kommen oder halten wir bloß daran fest weil wir es so kennen?

00:06:26: Und vielleicht gilt das auch für mich selbst!

00:06:29: Ich muss nicht jede schlechte Angewohnheit zu meinem Charakter erklären, ich muss nicht jeden Fehler wiederholen nur weil ich ihn schon oft gemacht habe und ich muss nichts so tun als wäre alles in Ordnung wenn ich links merke dass etwas anders werden sollte.

00:06:47: Der Töpfer gibt den Ton nicht einfach auf wenn die erste Form misslinkt.

00:06:53: er nimmt ihn und formt ihn neu.

00:06:57: vielleicht ist das eine der guten Nachrichten dieses Reformationssonntags.

00:07:02: Gott schreibt uns nicht fest auf das, was wir heute sind.

00:07:07: Aber er lässt uns auch nicht einfach so weitermachen wenn wir merken dass unser Weg falsch ist.

00:07:13: Vielleicht dürfen wir deshalb ruhig ein bisschen weniger oft sagen Das haben wir schon immer so gemacht und ein bisschen öfter fragen muss das so bleiben?

00:07:25: Gott ist noch nicht fertig mit seiner Kirche, mit der Welt, mit uns!

00:07:32: Zum Glück.

00:07:34: Und der Friede Gottes, der höher ist als unsere menschliche Vernunft, der bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus.

00:07:42: Amen.

Über diesen Podcast

Pfarrerin Helma Wever und Organist Markus Aellig versorgen Sie mit geistlicher Nahrung zum Wochenende.

von und mit Helma Wever

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